Den eigenen Strom erzeugen mit einer Solaranlage

Den eigenen Strom erzeugen mit einer Solaranlage

Viele Hausherren ziehen in Betracht, eine Solaranlage auf ihrem Haus zu installieren. Beschäftigt man sich mit dem Thema, erkennt man schnell die vielen Vorteile einer eigenen Solaranlage.

Warum eine eigene Solaranlage?

Kohlekraftwerke und Kernreaktoren werden nach und nach abgeschaltet. Und da fossile Brennstoffe wie Öl und Kohle zur Neige gehen, steigen die Erzeugungskosten für Strom. Die Sonne hingegen ist eine unerschöpfliche und zudem kostenlose Energiequelle. Erzeugt man seinen Strom mithilfe einer Solaranlage selbst, wird man selbst zum Stromerzeuger. Eigentümer profitieren somit insbesondere finanziell von der Installation einer Solaranlage, da sie sich unabhängiger von Strompreiserhöhungen der Stromkonzerne machen.

Vielen Menschen ist zudem wichtig, dass sie einen Beitrag zur Beschleunigung der Energiewende leisten. Dadurch, dass für jede Kilowattstunde Sonnenstrom dieselbe Menge konventionell erzeugte Energie weniger erzeugt wird, senkt man die CO2-Emssionen. Der Strom, der von der Solaranlage produziert wird, ist also nicht nur günstiger als der konventionell erzeugte Strom, sondern auch viel umweltfreundlicher.

Viele Bauherren entscheiden sich schon vorab für eine eigene Solaranlage auf dem Hausdach.
Viele Bauherren entscheiden sich schon vorab für eine eigene Solaranlage auf dem Hausdach. © e-gaby / pixabay.com

Im Gegensatz zu Kraftwerken, sind Solaranlagen schadstofffrei und sicher. Durch Solaranlagen gibt es weder Geruchsbelästigung noch Lärmbelästigung, Emissionen oder Schadstoffe. Und verglichen mit Atomstrom handelt es sich bei Solaranlagen um eine sichere Technologie. Zudem kommt hinzu, dass ein Großteil des Stroms dort verbraucht wird, wo er produziert wird, was zu einer Entlastung der Stromnetze führt.

Fördermöglichkeiten von Solaranlagen

Welche Fördermöglichkeiten infrage kommen ist abhängig vom Anlagentyp und ob es sich um eine Neuinstallation oder eine Erweiterung einer Solaranlage handelt. Die Hausbanken sowie auch die Umweltbank bieten Fördermöglichkeiten für die Finanzierung einer Solaranlage an. Wer eine Solaranlage installieren oder erweitern möchte, sollte sich aber vor allem über das bundesweite Programm für Photovoltaikförderung von der Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, informieren.

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Voraussetzung für eine Förderung einer Solaranlage durch die KfW ist die Erfüllung der Anforderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Unter anderem muss die Einspeisung des gewonnenen Stroms in das öffentliche Netz sichergestellt sein. Zudem darf das Bauwerk, auf dem die Anlage installiert werden soll, nicht mit dem Ziel, Strom zu erzeugen, gebaut worden sein.

Mit dem Programm Erneuerbare Energie – Standard (270) fördert die KfW nicht nur die Anschaffung und die Installation neuer Solaranlagen, sondern auch die Erweiterung bereits bestehender Anlagen. Der Kredit im Rahmen einer KfW-Förderung wird mit einer Bank abgeschlossen. Neben dem Bund fördern auch mehrere Bundesländer die Installation und Erweiterung von Solaranlagen mittels Zuschüssen oder zinsverbilligten Darlehen.

Solaranlage muss beim Netzbetreiber und dem Finanzamt angemeldet werden

Wenn man eine Solaranlage auf dem Dach seines privaten Hauses betreibt und man den selbst erzeugten Strom in das öffentliche Netz einspeist und verkauft, wird man zum Unternehmer. Da man dann im steuerrechtlichen Sinn unternehmerisch tätig ist, wird man auch steuerpflichtig. Man ist verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben und auf den Erlös Einkommensteuer abzuführen.

Die eigene Solaranlage - Was gibt es zu beachten?

Ob man Umsatzsteuer abführt, ist einem selbst überlassen, sofern der Umsatz nicht mehr als 17.500 Euro im Jahr beträgt. Zahlt man diese nicht, kann man auch keine Vorsteuer geltend machen und es ist zudem nicht möglich, sich die Mehrwertsteuer beim Finanzamt zurückzuholen, die man beim Kauf der Solaranlage zahlt. Wenn man Umsatzsteuer zahlt, muss man höchstwahrscheinlich auch einige Jahre für den selbst verbrauchten Solarstrom Umsatzsteuer zahlen.

Wird eine netzgekoppelte Solaranlage installiert, muss diese nicht nur beim Finanzamt, sondern zudem bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) sowie beim jeweiligen Netzbetreiber angemeldet werden.

Einspeisevergütung & Eigenverbrauch

Die sogenannte Einspeisevergütung ist das Geld, was der Staat dem Eigentümer der Anlage dafür bezahlt, dass der von ihm erzeugte Strom in das öffentliche Netz eingespeist wird. Vor der Anschaffung einer Solaranlage sollte der Eigentümer sich Gedanken darüber machen, ob er möglichst viel Strom in das Netz einspeisen oder im Haushalt verbrauchen möchte.

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Speist man viel Strom in das öffentliche Netz ein, ist es möglich, die Solaranlage zu refinanzieren. Im Gegenzug dazu lohnt es sich auch den erzeugten Strom selbst im Haushalt zu nutzen, da die Strompreise der großen Stromerzeuger immer mehr steigen. Durch die Ersparnis bei der Stromrechnung ist also ebenfalls eine Refinanzierung der Solaranlage möglich.

Wartung, Laufenden Kosten & Risiken

Solaranlagen gelten in der Regel als störungsarm und kaum wartungsbedürftig. Solaranlagenhersteller geben meist eine Leistungsgarantie von rund 25 bis 30 Jahren, d.h., dass auch dann noch ca. 80 Prozent der anfänglichen Leistung erbracht werden. Eine Gefahrenquelle, die für eine weitaus kürzere Lebensdauer der Anlage sorgen kann, ist allerdings die Witterung.

Daher sollte halbjährlich eine Sichtprüfung und einmal im Jahr eine Wartung stattfinden. Bei der Entsorgung der Solaranlage können Module einfach demontiert und zum Teil sogar wiederverwendet werden. Wird eine Solaranlage auf einem Einfamilienhaus installiert, sollte man mit Kosten zwischen 5.000 Euro und 13.000 Euro rechnen.

Eine eigene Solaranlage macht durchaus Sinn. Eigentümer können finanziell profitieren und leisten darüber hinaus einen Beitrag zum Umweltschutz.