Den Rasen vertikutieren: So gelingt es!

Der deutsche Begriff “Vertikutieren” kommt aus dem englischen Sprachraum und setzt sich aus den beiden englischen Wörtern “vertical” für senkrecht und “to cut” für schneiden zusammen. Das ist auf den Umstand zurückzuführen, dass der Vertikutierer vor dem Schneidevorgang zunächst senkrecht in die Erde gestoßen wird.

Warum sollte man den Rasen vertikutieren?

Auf Golf- und Sportplätzen ist ein perfekter Rasen äußerst wichtig. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Vertikutiertechnik aus dieser Ecke stammt. Es war der Unternehmer und Betreiber eines renommierten Golfklubs, Thomas Mascaro, der im Jahr 1955 dieses aus der Gartenarbeit nicht mehr wegzudenkende, besondere Pflegeverfahren für Rasenflächen erfunden hat. Mascaro hatte 10 Jahre zuvor bereits eine ähnliche Technik, das Aerifizieren (= belüften) für ein optimales Rasenwachstum sicherzustellen.

Zeitpunkt zum rasen vertikutieren

Vertikutieren besteht darin, die Grasnarbe einer Rasenfläche anzuritzen, Mulch und Moos zu entfernen und den Boden wieder ausreichend zu belüften. Aerifizieren unterscheidet sich vom Vertikutieren dadurch, das bei Letzterem nur die Rasenoberfläche behandelt wird, während bei Ersterem der Boden bearbeitet bzw. aufgelockert wird. Auch die Anwendungshäufigkeit beider Verfahren ist unterschiedlich.

Der richtige Zeitpunkt zum Vertikutieren des Rasens

Für die richtige Rasenpflege ist auch der richtige Zeitpunkt wichtig. Vertikutiert wird der Rasen höchstens 2 bis 3 x im Jahr. Belüften hingegen sollte man Rasenflächen regelmäßiger, optimalerweise alle ein bis zwei Monate. Rasenschäden werden oft durch mangelnde Düngung, Trockenheit, Staunässe oder auch Schattenlagen verursacht. Dagegen hilft Vertikutieren bestimmt nicht. Äußerst hilfreich ist die Methode jedoch, um Rasen von Verfilzungen, Moos und Unkraut zu befreien und die die Grasnarbe dadurch wieder zu verstärktem Wachstum anzuregen.

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Um aber effektiv und nachhaltig zu vertikutieren, sind grundsätzlich zwei Faktoren zu berücksichtigen. Die Jahreszeit und das Wetter! Die beste Jahreszeit zum Vertikutieren ist erfahrungsgemäß im Frühjahr von Mitte April bis Anfang Mai. In den Sommermonaten danach ist die Regenerationsfähigkeit der Grasnarbe am höchsten. Ein weiterer möglicher Zeitpunkt, ist der Spätsommer. Insbesondere bei größeren Rasenschäden kann es sinnvoll sein im September und Oktober nochmals eine Vertikutierung durchzuführen. Diese darf aber ruhig etwas weniger intensiv ausfallen als die Frühjahrs-Vertikutierung.

Lieber nicht nach dem Regen vertikutieren

Auch das Wetter spielt beim Vertikutieren eine Rolle. Vertikutieren nach dem Regen ist zu vermeiden. Der Boden sollte trocken sein. Das ist dem Umstand geschuldet, dass Vertikutierer, um richtig arbeiten zu können, einen trockenen Untergrund brauchen. Bei Nässe graben sich die Messer des Vertikutierers in den nassen Boden und zerstören die Grasnarbe. Nach einem Regen ist also abzuwarten, bis der Boden wieder getrocknet ist.

Fachgerechtes Vertikutieren besteht aus folgenden Schritten

  • Alte Schnittreste, Laub oder Äste vom Rasen entfernen.
  • Rasen vor dem vertikutieren einmalig kurz mähen. Ideal ist eine Kürzung auf ca. 2 Zentimeter.
  • Um keine Grasnarben zu beschädigen, Vertikutierer auf eine Schnitt-Tiefe von 3 bis 5 mm einstellen.
  • Den Vertikutierer zügig über die Rasenfläche schieben, dabei einmal in Längs-, dann in Querrichtung vertikutieren.
  • Die Rasenfläche mit einem Rechen gründlich abkehren, um altes Schnittgut, ausgekämmtes Moos, Mulch und Unkraut zu entfernen.
  • Kahle Stellen mit frischem Rasensamen sofort nachsähen.
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Achtung: Vertikutieren ist nicht unbedingt zu empfehlen, wenn die Rasenfläche von Unkräutern befallen ist, die sogenannte Ausläufer bilden (z. B. Glechoma hederacea, Prunella vulgaris, Ranunculus repens, Ajuga reptans, etc). Das Ergebnis könnte eine noch stärkere Ausbreitung sein. Helfen kann ein vorheriges Ausstechen der Pflanzen. Die Jätmethode ist mühsam aber langfristig wirksamer. Evtl. kommt auch ein Herbizid aus dem Baumarkt infrage.

Gut geeignet sind Kombi-Produkte, die sowohl lästiges Unkraut vernichten, als auch den Rasen düngen. Vor dem Ausbringen des Herbizids ist der Rasen etwas zu bewässern. Noch ein Wort zu den Vertikutierern. Bei den im Handel angebotenen Geräten gibt es große Qualitätsunterschiede. Die Geräte können schnell verstopfen, kaputtgehen oder sogar den Rasen beschädigen. Wer dem aus dem Weg gehen will, kann in örtlichen Baumärkten auch geeignete Geräte mieten. Angeboten werden elektrische oder Benzin-betriebene Geräte, aber auch Handvertikutierer. Das ist letztlich Geschmacksache.

Fazit: Vertikutieren ist kein Allheilmittel, trägt jedoch entscheidend dazu bei, die Rasenfläche nach der Winterpause wieder dicht und grün aussehen zu lassen.

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